• 08 FEB 15
    • 0

    Ganzheitliche Zahnheilkunde und Schulmedizin

    Bei ganzheitlicher Betrachtungsweise versucht man alle Lebensumstände, die einen Menschen von seiner Entstehung an prägen, in Diagnose und Therapie im Ganzen mit einzubeziehen. Nicht nur unter Fachleuten ist es seit Jahrtausenden bekannt, daß der Mensch eine untrennbare Einheit aus Körper, Geist und Seele darstellt. Von der ersten Lebensminute an ist der Mensch vielen guten und schlechten Einflüssen ausgesetzt, durch die er unwillkürlich geprägt wird. Dabei treten sehr häufig Krankheitssymptome erst nach langer Zeit, oft erst nach Jahrzehnten auf. Dabei kommt es auch zu gegenseitigen Beeinflussungen von Körper, Geist und Seele, so dass seelische Erkrankungen die Ursache von körperlichen Krankheiten und umgekehrt werden können.

    Schulmedizin ist die Bezeichnung für die allgemein anerkannte und an den Hochschulen gelehrte Medizin im Sinne einer angewandten Naturwissenschaft. Das bedeutet, dass alles schulmedizinische Wissen durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden muss. Im Gegensatz zu einer Erfahrungsmedizin, wie es sie beispielsweise unter Naturvölkern gibt, werden damit ausschließlich wissenschaftlich bewiesene “Weisheiten” anerkannt. Dieser Ausschließlichkeitsanspruch wird von Vertretern der Erfahrungsmedizin kritisiert, da diese eher den Grundsatz des individuellen Heilerfolges vor die wissenschaftliche Beweisbarkeit stellen.

    Bedauerlicherweise führen falsche Anwendungen der Begriffe Alternativ-, Komplementär-, Ganzheits-,  Natur-, Erfahrungs- und Schulmedizin immer wieder zu Verwirrungen. So wird die Schulmedizin meist gleichgesetzt mit Kassenmedizin, wie sie teilweise von der Ärzteschaft unter den gegebenen ethischen, wirtschaftlichen und kassenrechtlichen Voraussetzungen praktiziert wird. Da auch in der Schulmedizin unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten bestehen, wird in der Regel der (kassen-) wirtschaftlichste Weg beschritten, und dieser schöpft sicherlich nicht alle Möglichkeiten der Schulmedizin aus.  Auf der anderen Seite werden Alternativ-, Komplementär- und Naturmedizin häufig von deren Vertretern mit Ganzheitsmedizin gleichgesetzt, und in Konkurrenz zur Schulmedizin gestellt. Dabei kann Schulmedizin richtig angewandt sehr wohl ganzheitlich sein, wenn die wahren und primären Ursachen behandelt werden. Alternativ- und Komplementärmedizin bedeutet lediglich, daß zur Diagnose oder Therapie wissenschaftlich nicht anerkannte Verfahren angewendet werden. Ob diese ganzheitlich angewendet werden, hängt ausschließlich vom Wissen und den Fähigkeiten des Therapeuten, nicht aber vom angewendeten Verfahren ab. Die Naturmedizin bedient sich der von der natürlichen Umwelt entnommenen und naturbelassenen Heilmittel wie: physikalische Reize (Licht, Luft, Wärme/Kälte, Bewegung/Ruhe), pflanzliche u.a. natürliche Arzneistoffe, Ernährung sowie psychosoziale Einflussfaktoren (Lebensführung). Dabei gibt es sowohl schulmedizinisch anerkannte, als auch alternativmedizinische Verfahren.

    Alle diese Begriffe beschreiben lediglich ein Verfahren und nicht ob dieses ganzheitlich angewendet wird. Das Gegenteil zur Ganzheits-Medizin kann damit lediglich eine nicht ganzheitlich und nicht ursächlich ausgerichtete Symptom-Medizin sein, die erfahrungsgemäß häufig nur kurzfristige Erfolge in Form von Symptomlinderung zu leisten in der Lage ist. Wer würde schon beim Kochen von Spaghetti, wenn es überkocht, lediglich das überschäumende Wasser abschöpfen, ohne die Hitze der Herdplatte herunter zu regeln? Bei einem Menschen aus Geist, Leib und Seele kocht nie etwas über, ohne dass es Gründe dafür gibt. Diese zu finden ist unsere wichtigste ärztliche Aufgabe.

    Daneben ist es natürlich auch wichtig, unsere Patienten auf unserem Spezialgebiet, den Zähnen, bestmöglich zu versorgen.

    Da das Fachwissen heute so immens groß ist, kann ein einzelner Zahnarzt oder Arzt gar nicht mehr alle Fachgebiete alleine abdecken, ohne dass dabei die Qualität der Behandlung leiden würde. So ist es sehr wertvoll, in einem Netzwerk aus Therapeuten mehrerer Fachrichtungen zu arbeiten und damit das gesamte heutige Wissen mit in die Behandlung der Patienten einfließen zu lassen. In einem solchen Netzwerk können u.a. folgende Therapeuten vertreten sein: Spezialisierte Chirurgen, Kieferorthopäden, Fachärzte, osteopathisch erfahrene Ärzte und Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Ernährungs- bzw. Gesundheitsberater, Logopäden, Ergotherapeuten, Psychotherapeuten und Seelsorger.

    Es gibt viele Blickwinkel aus denen ein Mensch betrachtet werden kann. Dafür gibt es eine Vielzahl an Spezialisten. Die große Herausforderung ist dabei, das große Fachwissen unter einen Hut zu bekommen und die primären Ursachen aufzudecken.

    Gesundheit ist ein Informationsproblem!

    Betrachten wir die häufigsten Krankheiten in der heutigen Zeit, so können wir drei große Ursachenkomplexe unterscheiden (nach Dr M.O. Bruker):

    – Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten
    – Lebensbedingte Krankheiten
    – Umweltbedingte Krankheiten (toxische Gesamtsituation)

    Daneben gibt es noch weitere gesundheitliche Störungen, wie Verletzungen oder auch chronische Überlastungen durch funktionelle Störungen, die den gesamten Organismus betreffen können.

    Das größte Problem in der heutigen Medizin ist das genaue Wissen um die wahren Ursachen von Krankheiten. Denn für die Therapie, wie auch für die Vermeidung der Entstehung von Krankheiten (Prophylaxe) ist es von elementarer Bedeutung, ob die primären Ursachen klar erkannt werden. Damit ist es eine der wichtigsten Aufgaben eines Therapeuten, den Patienten hierüber zu informieren.

    In der Zahnheilkunde finden wir prinzipiell die gleichen Ursachenkomplexe wie in allen anderen Fachbereichen. So kennen wir beispielsweise als ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten die Karies und die Parodontose, aber auch manche Zahnfehlstellungen können darunter eingeordnet  werden.

    Lebensbedingte Ursachen (Ängste, Stress, u.s.w.) können sich bei seelischen Überlastungen ebenfalls in  Zahnfehlstellungen äußern , aber auch durch Vernachlässigung der Ernährung und der Zahnpflege zu Karies und Parodontose führen.

    Umweltbedingte Zahn-Krankheiten können durch die toxische Gesamtsituation (Umweltgifte, Nikotin, Koffein, Medikamente, Impfstoffe, zahnärztliche Materialien, radioaktive Strahlungen usw.) direkt, wie auch indirekt über eine Schwächung des Immunsystems zu Zahn- und Zahnfleischerkrankungen führen.

    Schmerzen im Kopf, sowie im Wirbelsäulenbereich können aufgrund funktioneller Störungen durch die Zähne hervorgerufen werden. Genau so können auch in umgekehrter Richtung Schmerzen an den Zähnen durch funktionelle Störungen in fernen Regionen wie der Wirbelsäule ausgelöst werden.

    Selbstverständlich beeinflussen sich auch hier die unterschiedlichen Ursachenkomplexe untereinander. So kann eine ernährungsbedingte kariöse Zerstörung der sichtbaren Schneidezähne zu seelischen Problemen führen, welche wiederum weitere (lebensbedingte) Krankheiten nach sich ziehen können.

    Der Mensch ist eben keine „Nummer“ oder „Weisheitszahn-OP“, sondern ein Mensch aus Geist, Leib und Seele.

    Leave a reply →

Photostream